Das Sportamt Basel-Stadt lanciert einen einjährigen Pilotversuch mit einem KI-gestützten Aufsichtssystem in ausgewählten Hallenbädern der Region – darunter auch die Schwimmhalle Sesselacker. Das System namens «AquaWatch 1.0» analysiert in Echtzeit das Verhalten der Badegäste und erkennt Notsituationen im Wasser.
Laut Sportamt erreicht das System im Labor eine Erkennungsgenauigkeit von 83%. «In kontrollierten Bedingungen funktioniert AquaWatch zuverlässig», erklärt die kantonale Bäderverwaltung. «Im Realbetrieb sind gewisse Einschränkungen bekannt: Das System erkennt Schwimmflügel noch nicht zuverlässig als Sicherheitsmassnahme und stuft diese regelmässig als Notsignal ein. Auch Kinder, die plantschen, werden häufiger als Ertrinkende klassifiziert als Erwachsene.»
Erste Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb zeigen jedoch eine unerwartete Stärke: AquaWatch hat in der Schwimmhalle Sesselacker mehrfach unbefugte Nutzungen in den Abendstunden registriert und Alarm ausgelöst. Ob es sich dabei um nächtliche Schwimmer oder um die Putzgarra-Fische aus dem Pilotversuch des Vorjahres handelte, die offenbar nie vollständig entfernt wurden, ist noch Gegenstand der Untersuchung.
Während des Probebetriebs bleibt eine menschliche Aufsichtsperson vor Ort – vorerst. «Das Ziel ist, bis 2028 den Personalbedarf deutlich zu reduzieren», so das Sportamt weiter.
Der NVS nimmt den Pilotversuch zur Kenntnis und bleibt seinem bewährten System mit brevetierten Aufsichtspersonen treu – denn ein 83%-genaues System, das zuverlässig Alarm auslöst, aber niemanden aus dem Wasser ziehen kann, ist für den NVS derzeit noch kein vollwertiger Ersatz.
Nach den Reinigungsfischen: Kanton setzt nun auf künstliche Intelligenz
